Marketing in eigener Sache

Stolperfalle Selbstmarketing?

 

Es ist schon seltsam, aber gerade kreative Köpfe stellen sich unbewusst selbst ins Abseits. Architekten, Designer, Texter, Blogger, Fotographen und Freelancer bieten sich zum Schleuderpreis an. Nur weil eine Arbeit Spaß macht bedeutet das ja nicht, daß andere Menschen diese nicht wertschätzen müssen. Gerade Existenzgründer, Einzelunternehmer und Freiberufler neigen häufig dazu, Ihre Dienstleistungen kostenlos oder viel zu günstig anzubieten. Das liegt wohl darin, daß es Jungunternehmern und Berufseinsteigern

  • an unternehmerischem Mut fehlt.
  • die Wertigkeit für eigene Arbeit abwerten.
  • Selbstzweifel an der Qualität der eigenen Arbeit haben.
  • glauben, dass man dadurch Empfehlungen bekommt.
  • der Meinung sind, daß es gute Werbung sei.
  • gerne auch mal einen Gefallen tun wollen / anderen Menschen gefallen wollen
  • denken, Sie würden dadurch ja Erfahrung sammeln.
  • davon ausgehen, daß es für den eigenen Lebenslauf wichtig sei.


Das schlechte Gewissen
Die gefährlichste Mischung ist immer dann gegeben, wenn jemand seinen Job nicht nur gut, sondern auch noch gerne macht. Dann stellt sich ein schlechtes Gewissen ein, für seine Dienste Geld zu berechnen.

Selbstmarketing
Selbstmarketing

Praktika for Free
Neben Existenzgründern, Berufsanfängern und Jungunternehmer trifft es auch Praktikanten immer wieder knallhart. Studenten erliegen leider dem Irrglauben der totalen Dankbarkeit für einen ach so begehrten Praktikumsplatz. „Wenn ich nicht zuschlage, nimmt mir einer meiner Studienkollegen den Platz weg.“ Unter dieser „Angst“ lassen sich junge Menschen auf kostenlose Jobs ein. Aber: Kostenlose Jobs bringen Dir keine Vorteile!


Ein unmoralisches Angebot
Wer als Arbeitgeber solche Praktiken anwendet, ist KEIN guter Arbeitgeber. Egal ob hippe Kreativagentur, Rechtsanwaltskanzlei oder TV Sender. Ein Unternehmen, daß seine Praktikanten nicht gerecht entlohnt, verhält sich höchst unmoralisch und zeigt keinerlei soziale Kompetenz.

Für „Umme“ machen nur Dumme!
Ob Architekten, Musiker, Texter, Designer, Fotografen, Architekten, Beleuchter. Sie alle müssen – wenn sie nicht am finanziellen Tropf der Eltern oder Sponsoren angeschlossen sind – Rechnungen zahlen. Für Strom, Wasser, miete, Essen und co.  

Wer umsonst arbeitet, kommt hier auf keinen grünen Zweig. Kennst Du einen Elektriker, Installateur oder KFZ-Mechaniker, der umsonst für dich arbeitet. Nur mal eben so, wegen Referenzen, aus Sympathie oder wegen möglicher Folgeaufträge?

Und denke stets daran:
„Wenn Du die Milch Deiner Kuh verschenkst, wird niemand Deine Kuh kaufen wollen.“

Gesellschaftliches Umdenken
Es liegt natürlich nicht einzig an der Einstellung der jungen und meist hoch motivierten Leute, der fehlenden Erfahrung oder den Arbeitgebern. Es gibt Berufszweige, denen man nicht den gleichen Stellenwert zuschreibt, wie anderen Berufsgruppen. Bsp.: Ein Rechtsanwalt verlangt – ohne daß man diese auch je in Frage stellen würde – für eine einmalige Beratung ein sattes Honorar. Gleiches gilt für Notare oder Steuerberater. Stundenlöhne zwischen € 115 und € 166.- sind hier die Regel. Unternehmenberater – die eben auch nur beraten – verlangen gerne auch mal Tagessätze von 1.300 Euro.
Handwerker berechnen Stundenlöhne zwischen € 60.- und € 90 .- Für eine Überprüfung der Heizungsanlagen, den Austausch von Verschleißteilen oder die Durchführung von Messungen oder Reparaturen schlagen schnell einige Hundert Euro zu Buche. Hier wird – wenn auch oft mürrisch – brav die Rechnung des Fachmannes bezahlt.

Was nichts kostet, ist nichts!
Wer als Unternehmer Leistungen erbringt, sollte diese auch berechnen. Alle Unternehmen und nahezu alle Branchen – mit wenigen Ausnahmen im Luxussegment – befinden sich täglich in einem Preis-Dilemma. Biete ich zu teuer an, bekomme ich den Zuschlag nicht. Biete ich zu preiswert an, mache ich Verlust. Das mag stimmen, ist aber nur die halbe Wahrheit.

Eine schwache Auftragslage, das mangelnde Vertrauen in die eignen Fähigkeiten oder hoher Wettbewerbsdruck veranlassen dazu, Produkte und Leistungen unter Wert anzubieten. Das Problem dabei ist, das man damit eine Abwärtsspirale einläutet.

  1. Einmal zu billig angeboten, kann man beim selben Kunden später nur schwer Preiserhöhungen durchsetzen. Selbst dann, wenn Du dann gerade mal das Mindestniveau erreichst.
  2. Zu billig angeboten senkt das Vertrauen in die Qualität Deiner Leistungen.
  3. Wer zu günstig offeriert, mit dem wird nicht auf Augenhöhe zusammengearbeitet.
  4. „Billige“ Angebote werden beim Kunden i.d.R. nicht die oberste Priorität genießen.

€ 0.- auf der Rechnung
Wenn es die Situation erfordert einem Kunden einen „Charge Free Service“ zu erweisen, dann bitte nur in einem kleinen und überschaubaren Rahmen. Hier empfehle ich Dir, dies auf der Rechnung mit aufzuführen oder ihm gar eine „0 Euro“ Rechnung auszustellen. Das schärft das Bewusstsein des Kunden und bleibt ihm besser in Erinnerung.

Fazit:
Soziales Engagement ist wichtig. Und natürlich leistet man hier gerne seinen unentgeltlichen Beitrag. Arbeiten im Hospiz, Pflege bedürftiger, kranker oder älterer Menschen oder die Mitarbeit im Tierschutz. Alle diese Arbeiten sind wichtig und sollten nicht – sofern sie nebenberuflich erbracht werden – nicht vergütet werden.

Auch wenn wir einem Kollegen helfen, die beste Freundin unterstützen oder innerhalb der Familie unsere Dienste kostenlos anbieten, ist das wunderbar und ehrbar. Aber, es muss wohl bedacht werden. Hier klar abzugrenzen und zu informieren, wie umfangreich Leistungen erbracht werden. Denn sonst besteht auch hier die Gefahr, daß Du ausgenutzt wirst. Freundschaftspreise, Selbstkostenpreise und Familienrabatte sind nichts Unanständiges.

Und bevor Du mal wieder darüber sinnierst, ob Du für (potentielle) Kunden kostenlos arbeitest, investiere das Geld lieber in Onlinemarketing. Davon hast Du unterm Strich mehr.

R(h)einkultur - die Kölner Digitalagentur für Internetwerbung.